Product & System Thinking
- Problem Framing & Kontextanalyse
- Priorisierung & Entscheidungslogik
- User Journeys & Nutzungskontexte
- End-to-End Produktverantwortung
Product Owner · UX-Denker · Systematisierer
Kontext vor Framework.
Jede Arbeit beginnt mit dem Verständnis ihres spezifischen Umfelds. Statt vorgefertigte Methoden anzuwenden, analysiere ich Menschen, Ziele und Rahmenbedingungen, bevor Lösungen entstehen. So werden komplexe Zusammenhänge greifbar und für alle Beteiligten handhabbar.
Die richtige Frage als Hebel.
Fortschritt entsteht nicht durch schnelle Antworten, sondern durch präzise Fragen. Im gemeinsamen Austausch kläre ich, was dem Vorankommen im Weg steht und welche Entscheidungen unter den gegebenen Bedingungen langfristig tragfähig sind.
Struktur und Nachvollziehbarkeit.
Durch das bewusste Klären von Abhängigkeiten und konsequentes Priorisieren wird Komplexität auf ein tragfähiges Maß reduziert. Ziel ist nicht Perfektion zu Beginn, sondern eine durchgehende Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen – für Team, Produkt und unternehmerischen Erfolg.
Ein früher und praktischer Zugang zu IT-Systemen bildet die Grundlage meiner heutigen Arbeitsweise. Die manuelle Konfiguration von 386er-Hardware erforderte bereits damals bewusste Entscheidungen über Speicherbereiche und Systemparameter, da Standardeinstellungen oft nicht ausreichten. Dieser Weg führte konsequent von der Programmierung in BASIC und Turbo Pascal hin zum ersten Kontakt mit HTML, woraufhin sich der Fokus schnell in Richtung Design verlagerte. Mit Werkzeugen wie Photoshop und Dreamweaver entstand ein tiefes Verständnis für die visuelle Schnittstelle und die Gestaltung digitaler Erlebnisse.
Systeme sollten sich stets dem Menschen anpassen und nicht umgekehrt. Dabei markiert das Verständnis eines technischen Prinzips nie den Endpunkt, sondern lediglich den Beginn der eigentlichen Auseinandersetzung. Es geht darum, Varianten zu vergleichen, Grenzen auszuloten und das System in seiner Gesamtheit zu durchdringen. Gestaltung fungiert in diesem Prozess als die entscheidende Brücke zwischen der rein technischen Funktion und der menschlichen Wahrnehmung. Belastbare Produktarbeit entsteht genau dort, wo technische Machbarkeit, menschliche Bedürfnisse und wirtschaftliche Ziele gleichwertig gewichtet werden. Das Ergebnis sind Systeme, die zuverlässig tragen und für Menschen gebaut sind, statt bloßen Konzepten zu folgen.
Vom Rohstoff zum ganzheitlichen Erlebnis.
Für Tausendkraut habe ich Matchachin als funktionales Ready-to-Drink-Getränk auf Guayusa-Basis entwickelt.
Ausgangspunkt war nicht die Idee eines weiteren Energy-Drinks, sondern die Frage, wie sich natürliche
Wachheit sinnvoll in den Alltag integrieren lässt. Ziel war ein Produkt, das Leistung unterstützt,
ohne Überreizung oder anschließenden Leistungsabfall zu erzeugen.
Ich habe die Produktentwicklung ganzheitlich verantwortet und entlang klarer Entscheidungslinien aufgebaut. Jede Phase folgte dem gleichen Prinzip. Nutzen vor Wirkung. Klarheit vor Inszenierung.
Mein Beitrag im Überblick
Die folgende Dokumentation zeigt den strategischen Entstehungsprozess im MVP-Board. Sie macht sichtbar, wie aus einer anfänglichen Hypothese Schritt für Schritt ein tragfähiges Produkt entstand. Entscheidungen wurden im Zusammenhang von Rezeptur, Nutzung, Gestaltung und Markenlogik getroffen.
Der Nutzer im Fokus.
Um ein Produkt zu entwickeln, das im Alltag trägt, habe ich die Persona Julian definiert. Julian steht für eine wachsende Zielgruppe leistungsorientierter Menschen, die beruflich stark gefordert sind und bewusst mit ihrem Körper umgehen. Er achtet auf Fitness und Ernährung und trifft Entscheidungen reflektiert.
Julian lehnt klassische Energy-Drinks ab. Nicht aus Prinzip, sondern aus Erfahrung. Zu viel Zucker, künstliche Inhaltsstoffe und eine aufgesetzte Wirkung führen bei ihm zu Unruhe und anschließendem Leistungsabfall. Für seine Arbeitsphasen ist das kontraproduktiv.
Der zentrale Bedarf liegt nicht in maximaler Stimulation, sondern in stabiler Wachheit. Julian sucht einen Zustand, der Konzentration über mehrere Stunden ermöglicht. Ruhig. Kontrolliert. Ohne Nervosität. Genau dieser Anspruch wurde zur Leitlinie der Produktentwicklung.
Alle Entscheidungen wurden konsequent an diesem Nutzungskontext ausgerichtet. Rezeptur, Dosierung, Geschmack und Gestaltung wurden nicht isoliert bewertet, sondern im Zusammenspiel betrachtet. Maßstab war nicht ein idealisiertes Nutzerbild, sondern ein realer Alltag, in dem das Produkt funktionieren muss.
Guayusa ist ein kraftvolles Naturprodukt mit ausgewogener, gut verträglicher Wirkung. Im Alltag stellt die klassische Zubereitung jedoch für viele Menschen eine Hürde dar.
Meine Aufgabe war es, die Vorteile des Rohstoffs in ein alltagstaugliches Ready-to-Drink-Format zu übersetzen und so neue Nutzungssituationen zu erschließen.
Ein zentrales Risiko lag in der klaren Abgrenzung zu klassischen Energy-Drinks. Matchachin verzichtet bewusst auf künstliches Koffein und Industriezucker und setzt stattdessen auf die natürliche Kombination aus Koffein und L Theanin aus der Guayusa-Pflanze.
Diese Zusammensetzung ermöglicht eine gleichmäßige Wachheit mit stabilem Fokus. Ohne Blutzuckerspitzen. Ohne innere Unruhe.
Um die strategischen Leitbilder von Matchachin erfahrbar zu machen, wurde ein Produktvideo entwickelt, das die Idee ruhiger Wachheit visuell und akustisch übersetzt.
Das von mir komponierte Sound-Logo und Lied bildet dabei den akustischen Anker. Es begleitet den Moment vom Öffnen der Flasche bis zum bewussten Konsum und verleiht dem Produkt ein wiedererkennbares Ritual.
Design endet nicht beim Etikett. Die gesamte User Journey wurde bewusst gestaltet. Sie reicht vom ersten Kaufimpuls über das Erleben der Wirkung bis zum nachhaltigen Wiedereinsatz der Flasche.
Visuelle Leitbilder wie ruhige Wachheit und ehrliche Energy dienten dabei als verbindende Orientierung und sorgten für Konsistenz über alle Touchpoints hinweg.
Um die Konsistenz des Produkts sicherzustellen, habe ich eine klare Entscheidungslogik definiert. Weiterentwickelt wurde nur, was reale Probleme löst und die versprochene Wirkung im Alltag tatsächlich erreicht.
Dieser iterative Prozess stellt sicher, dass Matchachin kein reines Designprojekt bleibt. Das Ergebnis ist ein Produkt, das systematisch geprüft, geschärft und als belastbares Geschäftsmodell aufgebaut wurde.
Ein erfolgreiches MVP entsteht nicht zufällig, sondern durch konsequente Validierung.
Produkt, System und operative Verantwortung
Produktverantwortung für biologische Nahrungsergänzungsmittel auf Basis von Tees, Kräutern, Mineralien und Superfoods. End-to-End-Arbeit von Produktdesign, UX/UI und Markenlogik bis zur operativen Umsetzung. Zusätzlich Verantwortung für Produktion, Bestand, Nachschub und Pflege des Webshops. Produkt, Prozess und System wurden als Einheit gedacht. Übersetzung fachlicher und operativer Anforderungen in eine klare, priorisierbare Entscheidungslogik. Reduktion von Reibungsverlusten durch die Schaffung belastbarer Informationsarchitekturen für das gesamte Sortiment.
Fokus: Übersicht, Verfügbarkeit, Klarheit.
End-to-End Getränkentwicklung
Die Entwicklung von Matchachin folgte der Frage, wie sich natürliche Wachheit sinnvoll und ohne die typischen Nebenwirkungen herkömmlicher Energy-Drinks in den Alltag integrieren lässt. Die Verantwortung reichte von der ersten Hypothese über die Rezepturentwicklung bis hin zur Marktreife und der Listung im Einzelhandel. Jede Phase dieses Prozesses unterlag einer klaren Entscheidungslogik, bei der der tatsächliche Nutzen stets vor der bloßen Inszenierung stand. Ein zentraler Aspekt der Arbeit war die Definition und Validierung der Persona Julian, um das Produkt konsequent an realen Nutzungssituationen auszurichten. Anstatt auf maximale Stimulation zu setzen, konzentrierte sich die Produktstrategie auf die Bereitstellung stabiler Konzentration. Diese Zielsetzung prägte nicht nur die Wahl der Inhaltsstoffe wie Guayusa und L-Theanin, sondern auch das gesamte Branding, das UX-Design der Flasche und sogar das begleitende Sounddesign. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz entstand mehr als nur ein funktionales Getränk; es wurde ein System geschaffen, das technische Machbarkeit, menschliche Bedürfnisse und wirtschaftliche Tragfähigkeit vereint. Die Dokumentation im MVP-Board macht sichtbar, wie aus unklaren Anforderungen durch konsequente Iteration und systemische Ordnung ein belastbares Produkt für den Markt entstand.
Marke und Web
Die Verantwortung umfasste das Logodesign, die visuelle Markenführung sowie die Konzeption und Umsetzung der Website. In enger Abstimmung mit der Markenstrategie entstanden Designlösungen, die weniger als Dekoration, sondern vielmehr als Werkzeuge für die Positionierung und Orientierung im Premium-Segment fungierten. Ein wesentlicher Teil der Arbeit floss in die iterative Schärfung von UX und UI. Durch das Hinterfragen gängiger Darstellungsmuster wurde die Nutzerführung konsequent auf die Markenwerte optimiert. Dabei stand die Philosophie im Vordergrund, dass eine digitale Schnittstelle die Wertigkeit eines physischen Produkts nicht nur abbilden, sondern durch eine klare und reduzierte Ästhetik fühlbar machen muss.
logomad.com
Eigenständige Verantwortung für Design, UX und Produktentscheidungen innerhalb der MediaUp Group. Direkter Kundenkontakt, direkte Abstimmung mit Entwicklung. Entscheidungen wurden im laufenden Prozess getroffen und sofort umgesetzt. Analyse und Vereinfachung komplexer Nutzerflüsse. Enge Zusammenarbeit mit der Entwicklung, um Anforderungen direkt in umsetzbare, technische Spezifikationen zu übersetzen.
Fokus: Klarheit, Umsetzbarkeit, Geschwindigkeit.
Marketing und Produktdarstellung
Im Fokus stand die Gestaltung von Webinhalten, Produktbildern und visuellen Assets für hochkomplexe Audiotechnologie. Die Herausforderung lag darin, technische Komplexität so zu übersetzen, dass sie für den Nutzer unmittelbar zugänglich und verständlich bleibt. Ergänzend zur visuellen Ebene wurden Sound- und Designmaterialien entwickelt, um die Produkte ganzheitlich in Szene zu setzen. Die Arbeit an UX- und UI-Konzepten erforderte eine tiefe Auseinandersetzung mit der Logik professioneller Musikhardware. Produktübergreifende Konsistenz war dabei kein Selbstzweck, sondern das Ergebnis einer klaren Informationsarchitektur. Durch die Verbindung von funktionalem Design und einer durchdachten Nutzererfahrung konnten selbst erklärungsbedürftige Systeme intuitiv und effizient präsentiert werden.
Musik, Design und Web
Kontinuierliche Arbeit an eigenen Musik-, Design- und Webprojekten. Experimentier- und Lernraum über viele Jahre. Grundlage vieler Prinzipien meiner heutigen Arbeitsweise.